Was ein Landrat tatsächlich verändern kann und woran Claus Tietjen sich messen lassen will
Der Club of Lilienthal hat den Bewerbern um das Amt des Landrats einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen medizinische Versorgung und Pflege, Mobilität, Digitalisierung, Finanzen, Schulen, Bürokratie, Energiewende und Wohnen. Hinzu kommt die entscheidende Frage, was ein Landrat als Chef der Kreisverwaltung überhaupt selbst bewegen kann.
Claus Tietjen tritt dabei bewusst nicht als klassischer Verwaltungs- oder Berufspolitiker an. Der Landwirtschaftsmeister, Unternehmer und langjährige Kommunalpolitiker bringt einen anderen Blick mit: Probleme erkennen, Fachleute einbeziehen, entscheiden und anschließend prüfen, ob die Lösung funktioniert.
Diese Haltung zieht sich auch durch die bisherigen Positionen der WEGBEREITER: Bewahren, was funktioniert und dort verändern, wo Verbesserungen notwendig sind.
WEGBEREITER – „Wegbereiter im Gespräch“: Grundhaltung, Zusammenarbeit und politische Ziele
1. Warum wollen Sie Landrat werden?
Frage des Club of Lilienthal:
Welche Motivation steckt hinter Ihrer Bewerbung und welche Qualifikationen bringen Sie für die Leitung einer Kreisverwaltung mit?
Claus Tietjen:
„Ich suche keinen neuen Job, weil ich mit meinem bisherigen Leben unzufrieden bin. Ich kandidiere, weil ich glaube, dass unser Landkreis an einigen Stellen wieder mehr Klarheit, Bürgernähe und praktische Führung gebrauchen kann.
Ich komme aus der Landwirtschaft. Dort kann ich ein Problem nicht fünf Jahre lang beschreiben und darauf hoffen, dass es sich irgendwann von selbst erledigt. Ich muss zuhören, Fachwissen nutzen, eine Entscheidung treffen und anschließend mit den Folgen dieser Entscheidung leben.
Natürlich ist ein Landkreis kein Bauernhof. Im Kreishaus arbeiten Fachleute für Recht, Finanzen, Soziales, Bau, Umwelt und viele weitere Bereiche. Ein guter Landrat muss nicht glauben, all diese Menschen fachlich ersetzen zu können.
Seine Aufgabe ist Führung: Ziele setzen, Kompetenzen zusammenbringen, Entscheidungen ermöglichen und am Ende Verantwortung übernehmen.
Mein Maßstab wäre ziemlich einfach: Was funktioniert gut? Das bewahren wir. Was funktioniert nicht? Das verbessern wir.“
Tietjens beruflicher Hintergrund und sein Verständnis davon, warum gerade praktische Führungserfahrung für das Amt des Landrats wertvoll sein kann, werden ausführlicher im Porträt über seine Kandidatur beschrieben.
Claus Tietjen – „Landwirt, Unternehmer, Landrat“: Zur Person und zum beruflichen Hintergrund
2. Wie sichern wir medizinische Versorgung und Pflege?
Frage des Club of Lilienthal:
Wie wollen Sie die medizinische Versorgung mit Hausärzten, Notfallpraxen und Krankenhäusern langfristig sichern? Welche Konzepte haben Sie gegen den Mangel an Pflegeplätzen und Pflegekräften?
Claus Tietjen:
„Eine verlässliche medizinische Versorgung gehört für mich zur Daseinsvorsorge, gerade auch auf dem Land.
Der Landkreis kann keinem Arzt vorschreiben, wo er eine Praxis eröffnet. Aber wir können gemeinsam mit Gemeinden, Ärzten, Kliniken und Kassen frühzeitig erkennen, wo Versorgungslücken entstehen und welche Lösungen möglich sind.
Besonders wichtig sind mir eine funktionierende Notfallversorgung, kurze Rettungswege und eine starke Krankenhausversorgung in unserer Region.
In der Pflege brauchen wir ebenfalls einen vernünftigen Mix: ambulante Pflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege und stationäre Angebote.
Ein Pflegebett allein hilft aber niemandem, wenn die Pflegekraft fehlt.
Deshalb möchte ich vor allem die Menschen einbeziehen, die jeden Tag mit diesen Problemen arbeiten: Pflegekräfte, Einrichtungen, Ärzte, ambulante Dienste und Angehörige.
Meine Frage an sie wäre: Was hält euch von eurer eigentlichen Arbeit ab und was davon können wir als Landkreis verändern?“
Bei den WEGBEREITERN wird dieser Ansatz bereits weitergedacht: Versorgungslücken frühzeitig erkennen, Kurzzeitpflege stärken und Krankenhaus, Hausärzte, Pflege und Angehörige besser miteinander verzahnen.
WEGBEREITER – „Warum wir uns einmischen“: Gesundheit, Pflege und Daseinsvorsorge im Landkreis
3. Wie soll Mobilität auf dem Land funktionieren?
Frage des Club of Lilienthal:
Wie wollen Sie den öffentlichen Nahverkehr insbesondere in den ländlicheren Ortsteilen bezahlbar und verlässlich ausbauen?
Claus Tietjen:
„Auf dem Land funktioniert Nahverkehr anders als mitten in einer Großstadt.
Wir brauchen gute und verlässliche Hauptverbindungen. Daneben brauchen wir aber auch flexiblere Angebote wie Rufbusse, Bürgerbusse, kleinere Fahrzeuge und bessere Anschlüsse.
Entscheidend ist für mich nicht, wie viele Linien irgendwo auf einem Plan eingezeichnet sind. Entscheidend ist, ob Menschen morgens zur Arbeit, Jugendliche zur Schule und ältere Menschen zum Arzt kommen.
Für mich steht deshalb auch nicht Bus gegen Auto oder Fahrrad gegen Straße.
Ein Schüler braucht vielleicht den Bus. Eine Pflegekraft braucht nachts ihr Auto. Ein Landwirt braucht seinen Schlepper und jemand anderes fährt gerne Fahrrad.
Politik sollte den Menschen gute Möglichkeiten anbieten – aber sie nicht zu einem bestimmten Verkehrsmittel erziehen.“
Auch im ausführlichen WEGBEREITER-Interview wird Mobilität als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben verstanden – und nicht als Wettbewerb verschiedener Verkehrsmittel.
WEGBEREITER – „Wegbereiter im Gespräch“: Positionen zu Mobilität und ländlichem Raum
4. Wann funktionieren Glasfaser, Mobilfunk und digitale Verwaltung überall?
Frage des Club of Lilienthal:
Bis wann verfügen alle Haushalte und Schulen über verlässliches Glasfaser? Wie sollen Funklöcher beseitigt werden? Und welche Rolle können Digitalisierung und KI in der Kreisverwaltung spielen?
Claus Tietjen:
„Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute Grundversorgung für Familien genauso wie für Schulen, Unternehmen und Landwirtschaft. Deshalb müssen wir Glasfaser konsequent weiter voranbringen und gerade bei den letzten schlecht versorgten Bereichen hartnäckig bleiben.
Aber Digitalisierung bedeutet für mich nicht, dass wir ein Papierformular einfach als PDF ins Internet stellen. Ich würde eine klare Reihenfolge verfolgen:
Erst prüfen, ob ein Ablauf überhaupt sinnvoll ist. Dann vereinfachen. Danach digitalisieren. Und anschließend dort automatisieren, wo es wirklich einen Vorteil bringt.
Auch KI kann Verwaltung entlasten. Sie kann beispielsweise Texte vorbereiten, Informationen strukturieren oder Routinearbeiten übernehmen. Dadurch bleibt den Mitarbeitern mehr Zeit für die Vorgänge, bei denen tatsächlich ein Mensch gebraucht wird. Entscheidungen über Menschen müssen aber transparent, sicher und rechtlich verantwortbar bleiben. Digitalisierung ist für mich dann erfolgreich, wenn der Bürger hinterher weniger Zeit braucht.“
Dieser Grundsatz – erst vereinfachen, dann digitalisieren und sinnvoll automatisieren – gehört ebenfalls zu den veröffentlichten Verwaltungspositionen der WEGBEREITER.
WEGBEREITER – „Wegbereiter im Gespräch“: Digitalisierung, Verwaltung und Bürokratieabbau
5. Kreisstraßen, Radwege und B74 neu: Was hat Priorität?
Frage des Club of Lilienthal:
Wo setzen Sie Prioritäten bei der Sanierung von Kreisstraßen und beim Ausbau des Radwegenetzes? Und wie ist Ihre Position zur B74 neu?
Claus Tietjen:
„Bei unseren Kreisstraßen gilt für mich zunächst: Erhalt vor Neubau. Wir brauchen einen nachvollziehbaren Überblick über Zustand, Verkehrsbedeutung und Sicherheitsprobleme. Danach muss eine klare Prioritätenliste entstehen. Das Gleiche gilt bei Radwegen. Sichere Alltagsverbindungen zwischen Orten, Schulen und wichtigen Haltestellen sind sinnvoll.
Bei der B74 neu wäre es dagegen unseriös, so zu tun, als könne ein Landrat allein entscheiden, ob und wo eine Bundesstraße gebaut wird. Aber der Landrat kann und muss die Interessen des Landkreises gegenüber Hannover und Berlin deutlich vertreten. Ich möchte eine spürbare Entlastung der betroffenen Menschen. Gleichzeitig müssen wir genau wissen, welche Auswirkungen eine mögliche Trasse auf andere Anwohner, Landwirtschaft, Eigentum und wertvolle Naturflächen hat. Nach mehr als 30 Jahren Diskussion haben die Menschen ein Recht auf eine Entscheidung.
Aber nicht auf irgendeine Entscheidung.“
Zur B74 haben die WEGBEREITER eine ausführliche eigene Position veröffentlicht. Darin werden Entlastungswirkung, mögliche neue Belastungen, Kosten, Landwirtschaft, Schutzgebiete und kurzfristig mögliche Verbesserungen miteinander abgewogen.
WEGBEREITER – „B74: Entlastung ja – aber nicht um jeden Preis“
6. Wie wollen Sie Haushalt und Kreisumlage in den Griff bekommen?
Frage des Club of Lilienthal:
Wie halten Sie den Haushalt stabil, ohne die Gemeinden durch eine immer höhere Kreisumlage finanziell zu überfordern?
Claus Tietjen:
„Eine höhere Kreisumlage ist die einfachste Antwort. Sie ist aber nicht automatisch die richtige. Wenn der Landkreis einer Gemeinde mehr Geld abnimmt, verschwindet das Problem schließlich nicht. Dann fehlt dieses Geld möglicherweise bei einer Schule, einem Feuerwehrhaus, einem Verein oder einer Straße.
Deshalb würde ich mit einem ehrlichen Kassensturz beginnen:
- Was müssen wir bezahlen?
- Was sollten wir bezahlen?
- Und was wäre zwar wünschenswert, ist unter den derzeitigen Bedingungen möglicherweise nicht finanzierbar?
Bevor wir Gemeinden stärker belasten, müssen wir unsere eigenen Ausgaben, Prozesse und langfristigen Verpflichtungen betrachten. Dabei verspreche ich keine Fantasiemillionen.
Wer heute behauptet, bereits genau zu wissen, wo plötzlich zig Millionen eingespart werden können, ohne sämtliche Zahlen, Verpflichtungen und Verträge zu kennen, verspricht mehr, als er wissen kann.
Aber ich verspreche, genau hinzusehen und Prioritäten zu setzen.“
Die ausführlichere Finanzposition der WEGBEREITER verfolgt ausdrücklich keinen pauschalen Sparkurs. Vielmehr sollen große Ausgaben nach Nutzen, Folgekosten und langfristiger Wirkung überprüft werden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Bund und Land kommunale Aufgaben häufig nicht ausreichend finanzieren.
7. Wie wird die Kreisverwaltung schneller und bürgerfreundlicher?
Frage des Club of Lilienthal:
Welche konkreten Schritte planen Sie, um beispielsweise Bauanträge und Gewerbeansiedlungen schneller zu bearbeiten?
Claus Tietjen:
„Ich würde zunächst messen. Bei einem Bauantrag möchte ich beispielsweise wissen:
Wie lange dauert das Verfahren heute? Wann wird erstmals geprüft, ob Unterlagen fehlen? Wie viele Stellen sind beteiligt? Wo entstehen Wartezeiten?
Erst wenn wir das wissen, können wir Prozesse vernünftig verbessern.
Mein Ziel sind klare Ansprechpartner, frühe Vollständigkeitsprüfungen, digitale Verfahren und nachvollziehbare Bearbeitungszeiten. Rechtssicher muss Verwaltung selbstverständlich sein.
Aber sie sollte lösungsorientiert und nicht verhinderungsorientiert arbeiten.
Ein Bürger muss nicht immer ein Ja bekommen. Aber er sollte möglichst schnell erfahren, ob etwas möglich ist, welche Unterlagen noch fehlen und warum eine Entscheidung so getroffen wurde.“
Bei den WEGBEREITERN kommt noch ein weiterer Gedanke hinzu: Auch die Lebenszeit von Bürgern und Unternehmen, die durch unnötige Verwaltungsverfahren verloren geht, sollte als Qualitätsmaßstab berücksichtigt werden.
WEGBEREITER – „Wegbereiter im Gespräch“: Der Landkreis als Dienstleister für Bürger und Unternehmen
8. Was brauchen Schulen und Ehrenamt?
Frage des Club of Lilienthal:
In welchem Zustand befinden sich die Schulen des Landkreises und welche Investitionen sind nötig? Wie wollen Sie gleichzeitig das Ehrenamt stärken?
Claus Tietjen:
„Bei unseren Schulen brauche ich zunächst einen ehrlichen Überblick: Wo gibt es Sanierungsbedarf? Wo fehlt Ausstattung? Was ist dringend und was kann warten? Daraus machen wir eine Prioritätenliste und arbeiten sie nachvollziehbar ab. Bildung darf nicht immer erst dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn irgendwo das Dach undicht wird.
Beim Ehrenamt ist mein Ansatz ebenfalls praktisch. Ohne Freiwillige Feuerwehren, Vereine, Sport, Rettungsorganisationen, soziale Initiativen und Naturschutz würde unser Landkreis an vielen Stellen überhaupt nicht funktionieren.
Diese Menschen brauchen nicht ständig neue Programme. Sie brauchen vor allem gute Ansprechpartner, Unterstützung und möglichst wenig unnötige Bürokratie.
Wer freiwillig Verantwortung für andere übernimmt, verdient nicht zusätzliche Hindernisse, sondern Rückendeckung.“
Vereine, Feuerwehren und engagierte Bürger werden auch im Grundsatzprogramm der WEGBEREITER als eine der großen vorhandenen Stärken unserer Region betrachtet.
9. Energiewende, Windkraft und Natur: Wie viel Ausbau ist richtig?
Frage des Club of Lilienthal:
Wie stehen Sie zum weiteren Ausbau von Windkraft und Photovoltaik und wie stellen Sie sicher, dass Bürger vor Ort finanziell davon profitieren?
Claus Tietjen:
„Die Energiewende findet statt. Die entscheidende Frage ist, wie vernünftig wir sie gestalten. Ich halte wenig davon, bereits in der Frage vorauszusetzen, dass möglichst viel Ausbau an jedem möglichen Standort automatisch richtig ist. Osterholz besteht nicht aus freien weißen Flächen auf einer Karte. Unsere Moore, Grünlandflächen, landwirtschaftlichen Betriebe, Dörfer und Naturräume haben ebenfalls einen Wert. Deshalb müssen Energieerzeugung, Natur, Landwirtschaft und die Interessen der Anwohner ehrlich gegeneinander abgewogen werden.
Wo Anlagen sinnvoll und verträglich sind, halte ich es für richtig, dass möglichst viel Wertschöpfung in der Region bleibt und Menschen vor Ort beteiligt werden. Aber Naturschutz darf nicht nur dann gelten, wenn gerade kein anderes politisches Ziel wichtiger erscheint.
Meine Position lautet deshalb:
Energiewende ja, aber mit Augenmaß und Bodenhaftung.“
Der grundsätzliche Ansatz der WEGBEREITER besteht darin, Landwirtschaft, Naturschutz, Energieversorgung und wirtschaftliche Interessen nicht künstlich gegeneinanderzustellen, sondern Lösungen zu suchen, die mehrere Interessen miteinander verbinden.
WEGBEREITER – „Wegbereiter im Gespräch“: Landwirtschaft, Natur, Energie und regionale Entwicklung
10. Wohnen – und was passiert in den ersten 100 Tagen?
Frage des Club of Lilienthal:
Was kann der Landkreis für bezahlbaren Wohnraum tun? Und welche Maßnahmen können Sie als Chef der Verwaltung bereits in den ersten 100 Tagen anstoßen?
Claus Tietjen:
„Der Landkreis wird nicht selbst überall Wohnungen bauen. Aber wir können gemeinsam mit den Gemeinden dafür sorgen, dass Planungen und Genehmigungen nicht unnötig kompliziert und teuer werden. Gerade im ländlichen Raum sollten wir außerdem stärker über vorhandene Gebäude, Leerstand, Umnutzung und vernünftige Nachverdichtung sprechen, bevor immer neue Flächen verbraucht werden.
Und für die ersten 100 Tage würde ich keine Wunder versprechen.
Aber ich würde einige Dinge sofort anstoßen:
- Einen ehrlichen Kassensturz.
- Eine Erfassung der Bearbeitungszeiten wichtiger Verwaltungsleistungen.
- Gespräche mit allen Bürgermeistern unserer Gemeinden unabhängig vom Parteibuch.
- Und vor allem Gespräche mit den Mitarbeitern der Kreisverwaltung.
Denn die wissen häufig sehr genau, an welchen Stellen unnötige Arbeit entsteht und welche Abläufe verbessert werden könnten.
Nach 100 Tagen muss nicht jedes Problem gelöst sein. Aber die Bürger sollten erkennen können:
Was ist das Problem? Wer ist zuständig? Was kostet eine Lösung? Was ist der nächste Schritt? Und woran können wir später erkennen, ob es wirklich besser geworden ist?“
Genau dieser Ergebnismaßstab gehört zu den zentralen Vorstellungen der WEGBEREITER: Politik soll nicht allein danach beurteilt werden, wie überzeugend sie Probleme beschreibt, sondern danach, ob daraus nachvollziehbare Verbesserungen entstehen.
WEGBEREITER – „Warum wir uns einmischen“: Warum Ergebnisse wichtiger sind als politische Rituale
Nachhaltigkeit ist mehr als Klimapolitik
Der Club of Lilienthal beschreibt sich als Diskursarena zur kommunalen Nachhaltigkeitspolitik. Claus Tietjen versteht diesen Begriff bewusst umfassender.
Nachhaltigkeit umfasst selbstverständlich den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Aber ein Landkreis ist auch dann nicht nachhaltig, wenn seine Finanzen dauerhaft aus dem Gleichgewicht geraten, seine Infrastruktur verfällt, Unternehmen keine Perspektive mehr sehen, Landwirtschaft wirtschaftlich nicht mehr bestehen kann oder Bürger das Vertrauen in ihre Verwaltung verlieren.
Umgekehrt ist wirtschaftliche Entwicklung nicht nachhaltig, wenn dafür Natur und Kulturlandschaft dauerhaft beschädigt werden.
Ökologische, wirtschaftliche, finanzielle und soziale Nachhaltigkeit gehören deshalb zusammen.
Tietjen bringt seinen Maßstab auf drei einfache Fragen:
- Funktioniert eine Idee?
- Können wir sie bezahlen?
- Und hilft sie den Menschen?
Das entspricht dem politischen Grundgedanken der WEGBEREITER: Nicht die Zugehörigkeit zu einem politischen Lager soll entscheiden, ob eine Idee richtig oder falsch ist. Entscheidend ist ihre Wirkung.
WEGBEREITER – „Wegbereiter im Gespräch“: Freiheitlich, werteorientiert und pragmatisch
„Ich verspreche nicht, dass der Landkreis jedes Problem allein lösen kann. Aber dort, wo wir zuständig sind, müssen wir handeln. Und dort, wo andere entscheiden, müssen wir die Interessen unseres Landkreises deutlich vertreten. Der Landkreis ist kein Selbstzweck. Er ist Dienstleister für seine Bürger und Gemeinden. Am Ende möchte ich nicht daran gemessen werden, wie schön ich über Probleme gesprochen habe, sondern daran, ob es nach fünf Jahren besser funktioniert.“
Claus Tietjen

